Mis(s)treated. Mehr als Deine Muse!
Gruppenausstellung
Ngozi Ajah Schommers, self-portrait (the trim), 2021
kunsthalle bremen
02 – 08/2025
„Warum gab es keine bedeutenden Künstlerinnen?“ Diese provokante Frage stellte die US-amerikanische Kunsthistorikerin Linda Nochlin 1971 und legte damit den Grundstein für eine feministische Kunstgeschichtsschreibung. In ihrem Aufsatz untersuchte sie als eine der ersten, wie Künstlerinnen strukturell diskriminiert und vom Ausstellungsbetrieb ausgeschlossen werden. Eine Folge: Frauen sind seit jeher als beliebtes Bildmotiv präsent, jedoch selten als eigenständige Künstlerinnen. 54 Jahre später hat sich die Situation zwar verändert, aber noch immer sind Werke von Künstlerinnen in Museen unterrepräsentiert.
In Mis(s)treated. Mehr als Deine Muse! beschäftigten wir uns im kuratorischen Team erstmals mit der Repräsentanz von weiblichen Positionen in der Kunsthalle Bremen. Dabei lenkten wir den Blick auf feministische Perspektiven, die in der Dauerausstellung wenig vorkommen. So zeigten wir zum ersten Mal auch Werke aus der Sammlung, die bisher selten oder noch nie zu sehen waren. Ergänzt wurden diese durch Leihgaben zeitgenössischer Künstlerinnen, wodurch Leerstellen und bislang fehlende Perspektiven zumindest teilweise gefüllt werden.
Die Ausstellung zeigte, wie sich Künstlerinnen seit dem 19. Jahrhundert Räume erobert, von der männlich dominierten Kunstgeschichte emanzipiert und so Kunst und gesellschaftliche Debatten mit ihren Positionen bereichert haben. Themen wie Körper, Identität, Geschlechterrollen, Sorgearbeit und sexualisierte Gewalt hätten sonst vermutlich kaum Eingang in Museen gehalten.
Kuratorisches Team: das Jugendkuratorium der Kunsthalle New Perceptions, Jessica Fritz und Dina Koper
Am Ende der Ausstellung kamen weit über Tausend Rückmeldungen zur Ausstellung und zum Thema Künstlerinnen in Museen zusammen.
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